Arbeitskreis Kultur und Religion

 

Herzlich Willkommen auf der Webseite des AK Kultur und Religion!

Der Arbeitskreis Kultur und Religion wurde auf der AFK-Jahrestagung in Villigst im April 2011 mit dem Ziel der inter- bzw. transdisziplinären Erforschung kultureller und religiöser Aspekte von Frieden und Konflikt gegründet. Durch die Arbeit des AKs sollen in der deutschsprachigen Friedens- und Konfliktforschung deshalb auch jene relevanten Disziplinen stärker verankert werden, die bislang eine eher nachgeordnete Rolle spielen. Dazu zählen unter anderem: Ethnologie, Postkoloniale Studien, Anthropologie, Religionswissenschaften, Cultural Studies, etc.

Während „Kultur“ und „Religion“ primordial konzipiert als „Kampf der Kulturkreise“ oder „Heiliger Krieg“ in politischen und gesellschaftlichen Diskursen weite und folgenreiche Verbreitung finden, folgt aus solchen Konzepten für die Friedens- und Konfliktforschung lediglich eines sicher: culture matters.

Kulturelle und religiöse Dimensionen (und Variationen) spielen bei der Konstitution von Frieden und Konflikt, sowie bei deren Erforschung eine Rolle, sie tun dies jedoch meist anders, als in den oben angedeuteten, totalisierenden Ansätzen angenommen. Denn selten sind Konflikte genuin „kulturell“ oder „religiös“. Vielmehr werden Kultur und Religion instrumentalisiert, wird ihre Heterogenität und Wandelbarkeit ignoriert, ihre Situationsbezogenheit geleugnet und das Konfliktverhalten der Akteure auf diese Weise beeinflusst. Gleichzeitig sind kulturelle Variationen sowohl in der kollektiven Konstruktion von Konflikt und Frieden als auch in theoretischen und praxeologischen Überlegungen interkultureller Begegnungen von signifikanter Bedeutung. Und nicht zuletzt beeinflusst die kulturelle Gebundenheit den Prozess und die Erkenntnisse der Friedens- und Konfliktforschung selbst.

Kultur und Religion in den Blick zu nehmen, heißt deshalb auch den Blick frei zu machen auf zentrale Aspekte von Frieden und Konflikt, die sich für die Forschung in einer globalen Welt mit zunehmender Brisanz stellen.

Viele der damit verbundenen Fragen bewegen sich im Spannungsfeld zwischen den Polen kultureller Relativismus vs. Universalismus: Brauchen wir eine globale Ethik für eine globale Welt? Welche Rolle spielen hegemoniale Diskurse in der Konstitution einer solchen Ethik? Wie kann Religion für Frieden fruchtbar gemacht werden? Erfordert eine globale Welt einen „Weltethos“ oder die Anerkennung einer Vielzahl von Ethe? Wie tragfähig sind ethische Herangehensweisen der Friedens- und Konfliktforschung und wie lassen sich im Sinne einer emischen Forschung überhaupt Vergleiche anstellen? Inwieweit beeinflusst das Bild des Fremden unser Selbstbild/unsere Begrifflichkeiten und umgekehrt? Wie lassen sich Methoden der o.g. Disziplinen für die Friedens- und Konfliktforschung stärker nutzbar machen? Wie lässt sich interkultureller Dialog erfolgreich gestalten?

Als erster Schritt und ongoing process soll eine Literaturliste wissenschaftlicher Publikationen erstellt werden, die sich mit der kulturellen bzw. religiösen Dimension von Frieden und Konflikt im weiteren Sinne befassen. 

Der Sprecher des AKs ist:

Dr. Norbert Koppensteiner, norbert.koppensteiner@uibk.ac.at

 

Bei Fragen, Ideen, (Literatur-)Vorschlägen oder wenn Sie in den Verteiler aufgenommen werden möchten, senden Sie uns bitte eine Email.

 Wir freuen uns über alle die mitmachen und den AK mit Leben füllen wollen!

 Eine Mitarbeit im AK ist auch ohne eine Mitgliedschaft in der AFK möglich.

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