AK Wissenschaft und Praxis
Herzlich Willkommen auf der Webseite des AK Wissenschaft und Praxis
Der Arbeitskreis Wissenschaft und Praxis möchte zu einer stärkeren Vernetzung von Friedens- und Konfliktforschung und der Konfliktbearbeitung/Friedensförderung beitragen. Um Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen gleichermaßen zu erreichen, ist der Arbeitskreis sowohl bei der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung als auch bei der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung angesiedelt.
Ziel des AK ist es, Wissenschaftler*innen, die den Bedarf für einen stärkeren Praxisbezug und Praktiker*innen, die den Bedarf für einen stärkeren Wissenschaftsbezug in der Friedensforschung/Friedensförderung bzw. Konfliktforschung/Konfliktbearbeitung sehen, miteinander zu vernetzen und einen Diskussionsraum anzubieten.
Mit Workshops und Tagungen sowie durch seine Mailing-Liste möchte der AK Wissenschaft und Praxis dazu beitragen, die Wissenschaft für Herausforderungen und Fragestellungen der Praxis zu sensibilisieren, die praktische Relevanz von Forschungsarbeiten zu stärken und aus wissenschaftlicher Perspektive Impulse für die konstruktive Bearbeitung von Konflikten zu geben.
Kontakt/ Mailingliste
Der Arbeitskreis kann per Mail erreicht werden: wissenschaftundpraxis@afk-web.de
Die Arbeitsgruppe hat eine Mailingliste. Um aufgenommen zu werden, bitte eine Nachricht an die Liste senden:liste-wissenschaftundpraxis@afk-web.de
Koordination: Prof. Dr. Christoph Weller (www.uni-augsburg.de/friedensforschung)
Aktuelles / Ankündigungen
Einladung zum Wissenschaft-Praxis-Transfer
Gerade im Bereich der Konfliktbearbeitung gibt es zahlreiche Themen und Fragestellungen, die sowohl in der Wissenschaft als auch für Praktiker*innen von aktueller Relevanz sind. Was daraus konkret für die Forschung resultiert, lässt sich am ehesten in einem gelingenden Transfer zwischen Praxis und Wissenschaft erkennen, der keine Einbahnstraße sein sollte, sondern auf wechselseitigen Austausch angewiesen ist.
Um diesen Transfer von Praxis zu Wissenschaft und von Wissenschaft zur Praxis zu erleichtern und zu verbessern, soll in Zusammenarbeit mit der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung, dem Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung und dem Kooperationsverbund demokratische Konfliktbearbeitung die Vernetzung aller am Transfer Interessierten intensiviert und der AFK-Arbeitskreis „Wissenschaft und Praxis“ eine Scharnierfunktion einnehmen. Auf dieser Homepage finden sich aktuelle Informationen sowie Hinweise auf Transfer-Aktivitäten und thematisch einschlägige Workshops und Tagungen, zu denen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen aus dem Feld der Friedensforschung und Friedensarbeit, Konfliktbearbeitung und Konfliktforschung eingeladen sind.
Wenn Sie daran interessiert sind, zu einem erfolgreichen Transfer von Wissenschaft in die Praxis beizutragen, wenden Sie sich bitte mit Ihren Ideen an Christoph Weller unter weller@phil.uni-augsburg.de.
Inhaltliches (Literatur / Tagungspaper)
- Burger, Selina/Weber, Nicki/Nägele, Alexandra/Krüger, Niklas (2025): Konflikten intersektional begegnen. 9. Peace Summer School „MIND THE GAPS!“, Augsburg, 19.-21. Juni 2025, in: Wissenschaft und Frieden 43: 4, 62-63
- Forschungskollektiv KomPa (2024): Perspektiven auf Kommunale Konfliktberatung. Erkenntnisse aus einem Projekt Partizipativer Konfliktforschung, Köln: forumZFD
- Mayr, Rachel C./Nägele, Alexandra (2024): „Konfliktokratie“: über Konflikt und Demokratie sprechen, Taungsbericht zur 8. Peace Summer School, in: Wissenschaft und Frieden 42: 4, 66-67
- Pauls, Christina/Dörner, Wolfgang/Huxol, Katharina/Lustig, Sylvia/Thomay, Marius/Weller, Christoph/Zöhrer, Michaela (2023): Konfliktbearbeitung erforschen. Ein erfahrungsbasierter Polylog über Partizipative Konfliktforschung. In: Konfliktdynamik 12: 3, Seite 221 – 228. doi.org/10.5771/2193-0147-2023-3-221
- Lustig, Sylvia/Pauls, Christina/Weller, Christoph/Zöhrer, Michaela (2021): Wenn es knallt. Konfliktforschung und Konfliktberatung im Dialog, in: Großmann, Katrin/Budnik, Maria/Haase, Annegret/Hedtke, Christoph/Krahmer, Alexander (Hrsg.): An Konflikten wachsen oder scheitern? Beiträge zur Reflexion eines komplexen Phänomens. Erfurt, S. 173-190. Open Access erhältlich (Creative Commons CC-BY-SA4.0) unter: https://www.migrachance.de/publikationen/
- Weller, Christoph (2020) Frieden ist keine Lösung: ein bescheidener Friedensbegriff für eine praxisorientierte Konfliktforschung, in: Wissenschaft & Frieden 38: 2, 15-18.
- Dittmer, Cordula / Fröhlich, Christiane / Krause, Ulrike (2019): Wissenschaft und Praxis. Transdisziplinarität in der Friedens- und Konfliktforschung, in: Wissenschaft & Frieden 37: 1.
Archiv
Veranstaltungen
Netzwerktreffen 2025 des „Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung" am 12. - 14. November 2025 in der Ev. Akademie Loccum mit einem Panel zum Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis
Unter der Überschrift „Andocken, Kurs nehmen, Zukunft sichten“ kamen vom 12. – 14.11.2025 in der Ev. Akademie Loccum Menschen aus unterschiedlichen Feldern der Konfliktbearbeitung zusammen. Eingeladen hatte das „Bundesnetzwerk Konfliktbearbeitung“ (https://www.konfliktbearbeitung.org/) gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Loccum und dem „Kooperationsverbund Demokratische Konfliktbearbeitung“, der den Ausbau des Netzwerks im Rahmen des Programms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt.
Aus dem Bericht von Martina Rieken: „Die Teilnehmenden spiegelten die Vielfalt des Arbeitsfelds wider: Die Praxis traf auf die Wissenschaft, der Mediationsverband auf den Bauernverband, die Wirtschaftsberaterin auf den Sozialpädagogen. Im Open Space-Format schufen sie eine prall gefüllte Tagesordnung und berieten in 30 Mini-Workshops über Fragen, die ihnen unter den Nägeln brannten: Wie gehen wir mit demokratiefeindlichen Gruppen um? Was kann eine Kommune nach einem terroristischen Anschlag tun? Welche Rolle spielt das Nervensystem in Konflikten? Was tun gegen Hass und Hetze im Internet? Wie messen wir Erfolge? Was bedeutet künstliche Intelligenz für die Konfliktberatung?
Beim Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zeigte sich, dass beide Seiten gerne mehr kooperieren würden. Häufig behinderten jedoch Berührungsängste, unterschiedliche Sprachen und Arbeitsweisen eine produktive Zusammenarbeit. Prof. Christoph Weller von der Universität Augsburg ermutigte die Praktiker:innen dazu, Wissenschaftler:innen anzusprechen. „Die wissenschaftliche Fragestellung sollte direkt mit der Praxis entwickelt werden. Dort entstehen die relevanten Fragen und dann kann die Praxis im Anschluss etwas mit den Forschungsergebnissen anfangen“, schlug er vor und setzt dies an seinem Augsburger Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung bereits um. „Die Wissenschaft könnte ihre Ergebnisse kompakter und in allgemein verständlicher Sprache darstellen“, empfahl Ulrike Geisler von B3 – Institut für Beratung, Begleitung und Bildung in Dresden.“
Transfer - Herausforderung und Thema für die Friedens- und Konfliktforschung Abschluss-Workshop des Forschungsverbunds „Bayerisches Zentrum für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK)
Wie kann der Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft besser gelingen? Dieser Frage gingen rund 30 Expert:innen aus Politik, Praxis und Wissenschaft beim Transfer-Workshop des Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung (BZeFK) am 13./14. Oktober in Augsburg nach.
Transfer ist kein linearer Prozess, der bei wissenschaftlichen Erkenntnissen beginnt und dann unidirektionale Wissensverteilung über die Grenzen des Wissenschaftssystems hinaus betreibt, sondern ein wechselseitiger Austausch mit vielen Facetten. Dies war der Grundtenor des Abschluss-Workshops des vom BMFTR geförderten „Bayerischen Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung: Deutungskämpfe im Übergang“ (BZeFK), in dessen Mittelpunkt die vielfältigen Erfahrungen, aber auch Herausforderungen und Zukunftsperspektiven des Transfers im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung standen. Rund 30 Praktiker:innen, Wissenschaftler:innen und Politiker:innen diskutierten über die Zusammenarbeit von Transferbeteiligten, über geeignete Formate und Institutionen, um wissenschaftliche Expertise für die Gesellschaft relevant und verfügbar zu machen. Konkrete Impulse dafür lieferte unter anderem eine Keynote von Prof. Dr. Sebastian Büttner (Transfer Unit Wissenschaftskommunikation der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften), in der er den Transferbegriff aus der Perspektive der Wissenschaftsforschung beleuchtete.
Bereits im ersten Panel des Workshops wurde deutlich, dass Transfer keine Einbahnstraße ist. Dort formulierten Vertreter:innen aus Politik und zivilgesellschaftlicher Praxis zentrale Erwartungen an die Wissenschaft und den Transfer. Eine Teilnehmerin aus der Praxis brachte es in Richtung der anwesenden Wissenschaftler:innen so auf den Punkt: „Ohne uns wärt ihr aufgeschmissen.” Denn aus der Praxisperspektive setzt erfolgreicher Transfer voraus, dass die Wissenschaft weiß, welche Bedarfe vor Ort bestehen, wie Wissen aufbereitet werden muss und welche Formen des Austauschs wirklich produktiv sind.
Wie vielfältig Transfer dabei sein kann, zeigten die Beispielprojekte aus dem Forschungsverbund BZeFK selbst: Vorgestellt wurden künstlerische Interventionen zur Erinnerungskultur sowie eine gemeinsam mit Studierenden konzipierte Ausstellung. Gerade dort, wo experimentiert wurde, entstanden produktive Spannungen und neue Formen der Kooperation und des Transfers. Daran anschließend verdeutlichte der Roundtable zu Deutungskämpfen, dass Transfer immer auch mit Auseinandersetzungen um Bedeutung und gesellschaftliche Relevanz des Wissens einhergeht – und somit selbst Teil jener Konflikte ist, die in der Friedens- und Konfliktforschung untersucht werden.
Auch die institutionelle Ebene spielt für den Transfer eine zentrale Rolle: Vertreter:innen der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, der Bayerischen Wissenschaftsallianz für Friedens-, Konflikt- und Sicherheitsforschung, des Transferzentrums Frieden Augsburg sowie der Forschungsverbünde TraCe und BZeFK berichteten, welche Transferstrukturen etabliert werden konnten, um mit spezifischem Wissen bestimmte Praxisfelder zu erreichen.
Die Auseinandersetzung mit Transfer blieb jedoch nicht bei Praxisbeispielen stehen. Begrenzte Ressourcen, unterschiedliche Logiken von Wissenschaft und Praxis sowie der Wunsch nach messbarer Wirkung stellen zentrale Herausforderungen dar. Gerade dort, wo unterschiedliche Perspektiven aufeinandertrafen, entstanden dabei die lebendigsten Diskussionen – jenseits der oft gezogenen Grenze zwischen Wissenschaft und Praxis: Ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Frieden und Konflikten ohne Transfer überhaupt denkbar? Welche normativen Positionierungen sind mit Transfer verbunden? Und wie stark sind die jeweiligen Perspektiven disziplinär geprägt?
Der Workshop endete bewusst offen mit einem Panel zu Fragestellungen, Themen und Ideen für zukünftige Kooperationen und zu weiteren Formaten des Austauschs. So gingen die Teilnehmer:innen mit neuen Fragen, aber auch neuen Erkenntnissen und der Aussicht auf mehr Transfer auseinander. Für die nächsten Koordinations-Schritte steht der Arbeitskreis „Wissenschaft und Praxis“ der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK) zur Verfügung.
„Menschenrechte im Konflikt“ am 18. Juli 2014 in Darmstadt
Mit der Tagung „Menschenrechte im Konflikt“ soll das komplexe Verhältnis von Konflikten und Menschenrechten in verschiedenen Perspektiven aus empirischer und theoretischer Sicht näher beleuchtet werden. WissenschaftlerInnen und PraktikerInnen sind dabei gleichermaßen eingeladen, am 18. Juli 2014 im Schader-Forum in Darmstadt ihre Beiträge zu präsentieren und zu diskutieren.
Die Veranstaltung wurde vom Arbeitskreis Menschenrechte der DVPW und des AK Wissenschaft und Praxis der AFK und der Plattform Zivile Konfliktbearbeitung in Kooperation mit der Schader-Stiftung realisiert.
„Vertreibung – Konflikt – Frieden“
Die AK Wissenschaft und Praxis war am 09.01.2014 bei der Podiumsdiskussion „Vertreibung – Konflikt – Frieden“ im Rahmen der GIZ-Veranstaltungsreihe „Wissenschaft trifft Praxis“ vertreten.
2012 gab es laut UNHCR über 45 Millionen Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge. Die Mehrheit von ihnen lebte über viele Jahre in Lagern oder Siedlungen. Wie kann die internationale Zusammenarbeit die Menschen und die aufnehmenden Länder unterstützen? Welche Herausforderungen und Schwierigkeiten gibt es? Wie können Wissenschaft und Praxis voneinander profitieren? Am 9. Januar 2014 wurde diese und weitere Fragen im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu „Vertreibung – Konflikt – Frieden“ thematisiert, auf der die AK Wissenschaft und Praxis durch Ulrike Krause vertreten war und mit Eberhard Halbach der GIZ Kenia die Diskussion führte.