Die Friedens- und Konfliktforschung ist angesichts gegenwärtiger und drohender Konflikte ein zentrales Feld der Wissensgenerierung und Ausbildung. Die Zunahme und Verflechtung bewaffneter Konflikte, anhaltende Kriege und die exzessive Gewaltanwendung gegen Zivilist:innen, der Megatrend der Autokratisierung, geopolitische Rivalitäten, die Krise multilateraler Institutionen, der Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt sowie globale Ungleichheiten – all diese Krisen sprechen die Friedens- und Konfliktforschung in ihrer Kernkompetenz an. Gleichzeitig stellen sie aber nicht nur etablierte politische Ordnungen, sondern auch zentrale Annahmen und Paradigmen des Feldes auf den Prüfstand. Einige Theorien scheinen an Erklärungskraft eingebüßt zu haben, einige Phänomene keine ausreichende Konzeptualisierung aus der Friedens- und Konfliktforschung zu erfahren, wieder andere
Probleme fordern geradezu dazu auf, neue Theoretisierungsversuche zu unternehmen. Und schließlich steht das Feld auch durch die multiplen Krisen und damit verbundene Entwicklungen selbst unter Druck. Polarisierung, Desinformation, Angriffe auf die Wissenschaftsfreiheit und wachsende gesellschaftliche Unsicherheiten, nicht zuletzt durch den Aufstieg der AfD, erschweren die Bedingungen wissenschaftlicher Arbeit und universitärer Lehre. Dabei besteht gerade in diesen Zeiten eine hohe Nachfrage in der Öffentlichkeit, vor allem aber bei Studierenden nach Einordung und Expertise aus dem
Feld.
Wir laden Wissenschaftler:innen sowie Lehrende aus der Friedens- und Konfliktforschung und angrenzenden Disziplinen ein, Beiträge einzureichen. Willkommen sind insbesondere konzeptionelle und theoretische Beiträge, Reflexionen über Curricula und Lehrinhalte, empirische Untersuchungen zur Lehre, Erfahrungsberichte aus unterschiedlichen Lehrkontexten sowie Beiträge, die innovative Lehr- und Lernformate vorstellen und kritisch reflektieren.
Der ausführliche Call ist hier zu finden.